Paläontologie


Paläontologie
Pa|lä|on|to|lo|gie 〈f. 19; unz.〉 Lehre von den ausgestorbenen Tieren u. Pflanzen vergangener Erdzeitalter; Sy Paläobiologie [<Paläo... + grch. ont-, on „seiend“ + logos „Wort, Kunde“]

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Pa|lä|on|to|lo|gie, die; - [zu griech. o̅̓n (Gen.: óntos) = seiend u. -logie]:
Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.

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Palä|ontologie
 
[zu griechisch o̅́n, óntos »seiend«] die, -, früher Petrefạkten- oder Versteinerungskunde, die Wissenschaft von den Fossilien. Mit den pflanzlichen Resten beschäftigt sich die Paläobotanik, mit den tierischen die Paläozoologie, mit den menschlichen die Paläanthropologie.
 
Die Paläontologie bestimmt den Bau und die Zugehörigkeit der Fossilien, verfolgt deren geologisches Auftreten, besonders für die Bewertung als Leitfossilien (Biostratigraphie, wichtigstes Hilfsmittel der historischen Geologie). Den fossilen Lebensspuren geht die Palichnologie nach. Mit der Einbettung der Lebewesen in das werdende Gestein (Biostratonomie und Aktuopaläontologie) und dem Vorgang des »Versteinerns« (Fossilisation) beschäftigt sich die allgemeine Paläontologie. Die speziell der botanischen und zoologischen Systematik zugewandte Paläontologie ist bedeutend für die Klärung der Stammesgeschichte. Die Paläontologie der Kleinlebewesen (Mikropaläontologie) hilft besonders beim Untersuchen nutzbarer Lagerstätten, z. B. der Erdölvorkommen. Bei der Erschließung der aus Pflanzenresten entstandenen Kohlenlager bewährt sich die Paläobotanik. - Selbstständige Zweige der Paläontologie sind Paläobiologie und Paläohistologie.
 
Die Paläontologie stellte Auftreten, Höhepunkt der Entfaltung und Aussterben vieler Stämme fest und entwickelte Regeln über den Entwicklungsverlauf, z. B. das dollosche Gesetz. Auch Dauertypen, die schon im erdgeschichtlichen Altertum auftraten und heute nahezu gleichartig vorhanden sind, fand die Paläontologie (lebende Fossilien).
 
 
Die Kenntnis der Fossilien reicht in das Altertum zurück. Die Reste ausgestorbener großer Tierformen gaben Anlass zu den Sagen von Drachen und Riesen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts deutete man die Fossilien als Reste der in der Sintflut zugrunde gegangenen Lebewesen (Andrias scheuchzeri). In großen Tafelwerken wurden besonders in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Fossilien beschrieben. Später wurde die Paläontologie v. a. durch die Abstammungslehre gefördert; heute bietet sie einen tiefen Einblick in das Leben vergangener Erdzeitalter. Durch systematische Röntgenaufnahmen von tierischen Fossilien sind Einzelheiten über erhaltene Weichteile, z. B. bei Kopffüßern aus dem Paläozoikum, bekannt geworden.
 
 
Arno H. Müller: Lb. der Paläozoologie, 7 Tle. (Jena 1-41970-85);
 
Entwicklungsgesch. der Lebewesen, hg. v. G. Heberer u. a. (Zürich 1972);
 W. Gothan u. H. Weyland: Lb. der P. (31973);
 W. u. R. Remy: Die Floren des Erdaltertums (1977);
 G. u. B. Krumbiegel: Fossilien der Erdgesch. (Neuausg. 1981);
 E. Kuhn-Schnyder u. H. Rieber: Paläozoologie (1984);
 W. Klaus: Einf. in die Paläobotanik, 2 Bde. (Wien 1986-87);
 H. K. Erben: Die Entwicklung der Lebewesen (Neuausg. 1988);
 W. Steiner: Die große Zeit der Saurier (Leipzig 21990);
 U. Lehmann u. G. Hillmer: Wirbellose Tiere der Vorzeit (41997).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Evolution: Vielzellige Lebewesen erscheinen
 
Kambrium: Die Lebenswelt im Kambrium
 
Evolution: Lebende Fossilien
 

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Pa|lä|on|to|lo|gie, die; - [zu griech. ṓn (Gen.: óntos) = seiend u. ↑-logie]: Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.

Universal-Lexikon. 2012.

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